Lieber 'richtig und bei sich'                         als 'normal und verrückt'

Von Geburt an wird uns von Eltern, Erziehungsberechtigten, Lehrern und von all den anderen uns umgebenden 'Göttern' beigebracht, wie etwas zu sein hat, wie es 'richtig' ist, wie wir etwas zu finden, uns zu verhalten, zu denken, zu glauben und wie wir uns zu fühlen haben; Demut und Gehorsam - zumindest denen gegenüber, die uns etwas beizubringen, uns zu erziehen versuchen - gilt als Tugend, und Anpassung als eine erstrebenswerte Fähigkeit:

 

• "Das ist Richtig!"

 

• "Das ist Falsch!"

 

• "Das ist schön!"

 

• "Das ist hässlich!"

 

• "Das ist ein Mann

und ein Mann ist so und so ist er nicht!"

 

• "Das ist eine Frau

und eine Frau ist so und so ist sie nicht!"

 

• "Die wissen das besser!"

"Die sind klüger!"

"Die haben das studiert!"

"Pass auf und lerne, wie es richtig geht!"

 

• "Der liebe Gott ist gerecht und er sieht alles!"

 

• "Das tut Dir gut!"

 

• "Gib das schöne Händchen!"

 

• "So ist es brav!"

 

• "Ich meine es ja nur gut mit Dir!"

(Gott schütze mich vor den Menschen, die es gut mit mir meinen!)

 

"Ja, wo kämen wir denn da hin?"

 

"...!"

 

Und dann wundern wir uns, wenn wir auf Grund dieser Vielzahl an, uns von Klein auf von Aussen auferlegten, unsere innere Sicht oftmals massiv widersprechenden Vorgaben verrücken?!

 

Ver-rücken von dem, wie wir individuell etwas sehen, empfinden und bewerten zu den uns seit den frühesten Kindheitstagen vorgegebenen und mittlerweile tief in uns verankerten Sichtweisen der Anderen.

 

Wie kann ich dem glauben und an dem für mich als richtig Erachteten festhalten, wenn doch 'alle' was anderes mit Bestimmtheit als richtig erklären und das, was ich in mir spüre, als falsch etikettieren?

 

Ein Rat-Schlag folgt dem anderen und wenn wir diese nicht beherzigen, uns nicht an diesen allgemeingültigen Vorgaben ausrichten - wir uns also in unserer Individualität und der inneren Kraft zu uns und den eigenen, vielleicht nur dumpf in uns spürenden Richtigkeiten nicht brechen lassen und beginnen eine eigene Meinung zu haben und rebellieren, aufbegehren, uns wehren und wütend hinterfragen

- dann muß uns geholfen werden

- wozu gibt es Ritalin ?!

 

Wir wachsen auf mit der immer wieder wiederholten und betonten Behauptung, es gäbe allgemein gültige Denkweisen, allgemein richtige Verhaltensweisen und allgemein richtige, gültige uns bindende Normen und Gesetze.

Trotz aller Behauptungen, die gibt es nicht: diese sind nichts anderes als aus der Zeit und dem dominierendem Interesse heraus entstandene Versuche des Aufbaus, der Strukturierung und des Erhalts einer, wie auch immer gearteten zivilisierten Gesellschaft. Was für den Einen richtig ist, kann und ist oftmals für einen Anderen grundverkehrt. Wir aber leben, haben und sind ununterbrochen konfrontiert von zum Teil tief verinnerlichten Normen und Gesetze, an die wir uns von Kindheit an ungefragt halten und zu halten haben

- und wenn wir dies nicht tun, dann ist mit uns was verkehrt?

 

Ein solcher Zwispalt zwischen dem,

wie ich selber etwas erfahre und

dem wie es mir gesagt wird, daß es sei

kann zu gewaltigen inneren Spannungen auf allen drei Ebenen führen

Geistig • Körperlich • Seelisch

 

Je stärker das eigene System ausgeprägt ist, desto größer der oftmals als 'normal' bezeichnete und damit in seiner Bedeutung heruntergespielte innere Konflikt:

 

'Das ist halt so!' - 

'Da kann man nichts machen!'

 

Doch da kann man was machen und es gibt mehrere Wege mit einem solchen Konflikt umzugehen: 

• auf der einen Seite kann man diesen Konflikt zwischen den, uns ebenso subtil wie konstant bombadierenden Forderungen nach Übernahme einer uns vorgegebenen 'Richtigkeit'

und

dem inneren Wissen, um das, was für uns individuell richtig und gut ist, in einem Bewußstseinsprozeß auflösen

oder

• man kann diesen mit Verdrängung, Verleugnung und Kompensation negieren

und mit Hilfe diverser Süchte und Zwänge, wie

Alkohol

Tabletten

Sex

Arbeit

Putzen

Kratzen

um nur einige wenige zu nennen

erträglicher machen / betäuben.

 

In diesem Sinne können Gefühle wie: 

nicht dazu zu gehören,

ständig etwas falsch zu machen,

nicht zu genügen,

verkehrt zu sein

Zeichen innerer Stärke sein 

und nicht, mit den Mitteln der Pharmakologie zu behebende Symptome.

 

 

Ein Beispiel für uns bombardierende, uns von unserem eigenem inneren Wissen wegführende Behauptungen:

In einer aktuellen Werbekampagne wird versucht uns glauben zu machen, es gäbe 37 Arten von Kopfschmerzen und genau eine Tablette als Hilfe gegen all diese.

Dem widerspreche ich: Nein, es gibt nicht 37 Arten von Kopfschmerzen, es gibt über 7.000.000.000 Menschen auf der Welt und damit über 7.000.000.000 verschiedene Arten von Kopfschmerzen und somit über 7.000.000.000 verschiedene Arten einer jeweils richtigen Vorgehensweise.

 

Wenn 10 Menschen zur gleichen Zeit in dem gleichen Kino, den selben Film sehen und diese 10 Menschen sich anschließend gemeinsam in einem Lokal über das Gesehene, Empfundene - Wahrgenommene - unterhalten, für wie wahrscheinlich halten Sie es, daß eine elfte am Nebentisch sitzende und zuhörende Person denken könnte, die haben 10 verschiedene Filme gesehen?

 

 

Es gibt derzeit über 7 Milliarden - in Zahlen: 7.000.000.000 - Menschen auf der Welt; Sie und ich sind 2 davon; darüberhinaus gibt es also noch eine gewaltige Menge an von 'uns' grundverschiedenen Menschen, mit unterschiedlichen Ansichten, Erfahrungen, Gedankengängen, Hoffnungen, Wünschen, Sehnsüchten und Wahrnehmungen.

Ein Jeder nimmt seine Welt unterschiedlich wahr.

 

Es ist an der Zeit, herauszufinden, was für jeden einzelnen von uns richtig oder falsch ist, es ist an der Zeit, auf uns selber zu hören, auf das tiefe Wissen, daß jeder Einzelne in sich trägt - es ist an der Zeit erneut zu ver-rücken, dieses Mal aber in die jeweils individuell richtige Richtung.

 

und um die Frage von weiter oben zu beantworten:

 

Wo kämen wir denn da hin?:

 

zu einer friedvollen und friedlichen, uns selber und unser Gegenüber respektierenden aus unserer Pluralität Gewinn ziehenden Menschheit, in der es keine andere Rolle mehr spielt, welche Hautfarbe, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Wünsche und Sehnsüchte der Einzelne hat, als die der Bereicherung von uns allen.

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